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„Mankind's first musical performance
 
couldn't have been anything other than a
 
free improvisation.“

-- Derek Bailey, improvising guitarist, 1930 – 2005

            


 

7. freejazzfestival saarbrücken,

6. bis 10. april 2022

 

 

prolog, mi., 6. april '22, 19:00 uhr:

kino 8 ½

 

 

ADA RAVE TRIO:
 

Ada Rave - saxophon

Nicola Hein - gitarre

Wilbert de Joode - bass

 

Ada Rave ( * 1974, Comodoro Rivadavia) wuchs in Buenos Aires auf und war bereits während ihrer Grundschulausbildung als Saxophonistin ein aktiver Teil der lokalen Jazzszene. Ihr Interesse für improvisierte Musik und Kompositionu führte dazu, dass sie eigene Ensembles leitete, die an Veranstaltungsorten und Festivals in ganz Argentinien auftraten. Im Jahr 2013 beschloss sie, nach Europa zu ziehen, um das reiche Feld der freien Improvisationsszene zu erkunden und mehr über die Möglichkeiten dieser Musik zu erfahren. In Amsterdam integrierte sie sich sofort in die Gemeinschaft der improvisierten Musik. Sie ist in ganz Europa solo und mit ihrem Trio aufgetreten, sowie in verschiedenen Projekten wie Hearth, dem Kaja Draksler Octet und The Ex. Ada ist auch als Musikpädagogin und Organisatorin der Reihe Impro Jam at De Ruimte aktiv. Seit September 2019 ist sie Teil des international renommierten DOEK-Kollektivs.

 

 

Nicola Leonard Hein (* 1988, Düsseldorf) ist ein deutscher Gitarrist, Komponist und Klangkünstler im Bereich der improvisierten Musik und des Free Jazz. Er arbeitet vor allem in der Kölner Improvationsszene wie in der Band Blemishes  in den Formationen Tonverbrechung , Eleganze , sowie in Projeklten mit Paul Lytton, Robert Landfermann, Carl Ludwig Hübsch, Philip Zoubek, Matthias Muche u. v.a.. In seinen frei improvisierten Solokonzerten erkundet Hein die klanglichen Möglichkeiten des mehrstimmigen Spielens auf der Gitarre, um das Spektrum über den Bereich der durch gewöhnliche Spieltechniken erreichbaren Klänge zu erweitern.

 

 

 

Wilbert de Joode (* 1955, Amsterdam) spielt seit 1982 Kontrabass und spielte bereits Mitte der 1980er Jahre in Bands von Vera Vingerhoeds, Armando Cairo und Ig Henneman. 1990 wurde er Mitglied des Trios von Ab Baars. Daneben arbeitete er mit weiteren Formationen wie dem Eric Boeren 4tet (mit Han Bennink und Michael Moore), der Bigband und dem Trio von Michiel Braam, verschiedenen Bands von Joost Buis, dem Trio Fuhler/Bennink/DeJoode, dem Duo Nora Mulder, dem Chris Abelen Quintet, einem Trio mit Achim Kaufmann und Frank Gratkowski (gelegentlich mit Tony Buck zum Quartett ergänzt) und der Gruppe Intermission. Mit dem Bass-Saxophonisten Klaas Hekman gründete er eine Bassgruppe, die u. a. mit William Parker und Hideji Taninaka auftrat. Weiterhin gab de Joode Konzerte als Solist und im Duo mit Tobias Delius und wirkte an Tanzprojekten von David Zambrano und Eileen Standley mit. 

 

 

 

 

Dokumentarfilm:

„SUNNY´S TIME NOW.

A portrait of jazz drummer and composer Sunny Murray“,

Luxembourg 2008, 108 min., English/French/German, OmU

 

Der Dokumentarfilm beschäftigt sich mit Leben und Werk des Avantgarde-Schlagzeugers Sunny Murray, einer der einflussreichsten Figuren der Free Jazz-Revolution (* 21.9. 1936 in Idabel, Oklahoma als James Marcellus Arthur Murray; † 7.12. 2017 in Paris).  In einer Reihe von Interviews mit Zeitzeugen sowie historischem und zeitgenössischem Konzertmaterial wird das Verhältnis zwischen der libertären Musikbewegung und den politischen Ereignissen der 1960er Jahre neu bewertet, deren gesellschaftliche Ansprüche sie so eindringlich widerspiegelte. Es wird auch erzählt, wie die radikalsten Formen des musikalischen Ausdrucks von allen wichtigen Produktions- und Vertriebsnetzwerken ausgeschlossen wurden, als das libertäre Ideal aus der Mode kam. Über seinen historischen Ansatz hinaus folgt der Film Sunny Murray auf aktuellen Konzerten und zeigt seinen täglichen Kampf, ein Musikgenre zu etablieren, das von der breiten Öffentlichkeit noch weitgehend ignoriert wird.
„Leben und Jazz als ewige Herausforderung, ständige Probe, unterbrochene Wiederholung: das ist die philosophische Botschaft dieses Films, um seiner eher optischen Überzeugung, dass kreatives Abenteuer immer Vorrang hat, entgegenzutreten.“ (Brian Morton, The Wire, January 2010)

 

Publikumsgespräch mit dem Regisseur Antoine Prum

Antoine Prum (*1963, Luxembourg) lebt als Künstler und Filmemacher in Berlin. Er wurde 1990 mit dem Luxemburger Prix d’Encouragement aux Jeunes Artistes ausgezeichnet und erhielt verschiedene Stipendien. Seine Installationen sind seit 1994 in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland, Luxemburg, Belgien, Frankreich, Japan und Australien zu sehen. 2005 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Filme: 2004 Tour de Force - Documentary on the World’s Strongest Man on tour in Russia, 2005 Mondo Veneziano, 2014 Taking the Dog for a Walk - Conversations with British Improvisers, 2017 Blue for a Moment - Sven-Åke Johansson in a film by Antoine Prum.

 


 

auftakt, do., 7. april '22, 19:00 uhr:

garellyhaus

 

birthdayspecial Alexander von Schlippenbach:

 

Alexander von Schlippenbach (* 7. April 1938 in Berlin) gilt als wichtiger Vertreter der ersten Generation der europäischen Free-Jazz-Musiker. Schon während des Studiums war er Pianist im Jazzquintett von Gunter Hampel und ab 1965 im Ensemble von Manfred Schoof. Mit 28 Jahren gründete er (zunächst für einen Kompositionsauftrag der Berliner Jazztage) das Globe Unity Orchestra, das er bis heute leitet. 1968 organisierte er eines der „Anti-Festivals“ in Köln, kurz darauf war er an der Gründung des zunächst im Besitz der Musiker befindlichen Labels Free Music Production (FMP) beteiligt. Seit 1970 besteht sein Trio mit Paul Lovens und anfangs Michel Pilz, dann Evan Parker (teilweise als Quartett mit Peter Kowald, Alan Silva oder Reggie Workman). Paul Lytton ersetzte Paul Lovens am Schlagzeug, nachdem Lovens ab 2018 nicht mehr mit auf Tour gehen konnte. Er unternahm Tourneen für das Goethe-Institut in Europa, Asien, Australien und den Vereinigten Staaten und machte Theaterarbeit mit Sven-Åke Johansson. 1988 gründete Schlippenbach das Berlin Contemporary Jazz Orchestra  Weiterhin arbeitete Schlippenbach u.a. in Duos mit seiner Frau Aki Takase, mit Tony Oxley, mit Sam Rivers, Sunny Murray und mit Manfred Schoof.

 

- Pianotrio:

Alex v. Schlippenbach - piano, Barry Altschul - drums, Joe Fonda – bass

 

- Podiumsgespräch Ulrich Stock (ZEIT) mit Alexander von Schlippenbach

Ulrich Stock ist Jazzreporter der Wochenzeitung DIE ZEIT in Hamburg. Auf zeit.de schreibt er zudem in loser Folge an der Endlos-Serie Und jetzt Jazz! Über vier Jahrzehnte hinweg entstanden ungezählte Porträts, etwa von Cecil Taylor, Irène Schweizer, Fred Frith, Luise Volkmann, Makaya McCraven, Els Vandeweyer, Christopher Dell, Aki Takase oder Pablo Held, zumeist aus intensiven persönlichen Begegnungen heraus. Hätte er eine Zeitmaschine, flöge er zu Derek Bailey, Alice Coltrane und Gábor Szabó, um sie auf der Bühne zu erleben.

 

- Octett:

Alex v. Schlippenbach - piano, Barry Altschul - drums, Joe Fonda – bass , Jon Irabagon - saxophon, Christof Thewes – posaune, Martin Schmiddi Schmidt – mandoline, Hartmut Oßwald – saxophon, Daniel Schmitz – trompete

 


während der festivaltage:

live-actionpainting von Jorgo Schäfer

 

"Jorgo Schäfer ist Maler und Cartoonist, und er liebt Jazz – am meisten die freie, offene Form. Die Nähe zu dieser Musik ist gewachsen über Jahrzehnte, sie wurde initiiert und intensiviert durch die Freundschaft zu Peter Kowald (gest. 2002), dem Wuppertaler Free-Jazz-Bassisten und Mitbegründer des „vision festivals“. Diese Verbundenheit mit dem Jazz führte Jorgo Schäfer zu einem ganz eigenen künstlerischen Ausdruck. Er skizziert, er zeichnet, er malt, während die Musiker auf der Bühne spielen und improvisieren. Hören und Sehen sind im sinnlichen Wechselspiel, Aufnehmen und Ausagieren fallen ineins, Musik und Malerei laufen parallel. Parallelen treffen sich im Unendlichen: Hör-Bilder entstehen." (Dr.Hermann Ühlein)

>> www.jorgo-art.de


 

1. festivaltag fr., 8. april '22, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

3DOMFACTOR:

Barry Altschul - schlagzeug

Jon Irabagon - saxophon

Joe Fonda - bass

 

Der Schlagzeuger Barry Altschul (* 1943, New York City) trat ab 1964 regelmäßig im Trio Paul Bley auf. 1969 gründete er mit Chick Corea, Dave Holland und Anthony Braxton die Gruppe Circle. 1972 nahm er mit Anthony Braxton und Sam Rivers unter Leitung von Dave Holland das Album Conference of the Birds auf. Daneben arbeitete er auch mit Paul Bley, Alan Silva und Andrew Hill, sowie Lee Konitz und Tony Scott. In den 1980er Jahren arbeitete Altschul als Bandleader im Trio mit Ray Anderson und Mark Helias, außerdem als Sideman mit Simon Nabatov, Pepper Adams und Kenny Drew. Zwischen 1984 und 1993 lebte Altschul in Paris, wo er eine Bigband leitete. Dann lehrte er am Sarah Lawrence College. Während der 2000er Jahre trat er mit dem FAB Trio (mit Joe Fonda und Billy Bang) auch in Europa auf. Daneben arbeitete er mit Adam Lane und Roswell Rudds Trombone Tribe.

 

 

Der Saxophonist Jon Irabagon (* 1979, USA) wurde Mitte der 2000er Jahre als Improvisationsmusiker bekannt durch seine Mitwirkung im Quartett Mostly Other People Do the Killing (mit Peter Evans, Kevin Shea, Moppa Elliott), im Mary Halvorson Quintett, Septett und Octett, im Dave Douglas Quintett und Barry Altschul’s 3Dom Factor. Irabagon spielte auch mit bekannten Musikern wie John Abercrombie, Wynton Marsalis, Herbie Hancock, Billy Joel, Kenny Barron, Lou Reed, Jah Wobble, Bill Laswell, Tom Rainey und Evan Parker.

 

 

 

 

 

Der Bassist Joe Fonda (* 1954 in Amsterdam/New York) war von 1979 bis 1985 Mitglied von Wadada Leo Smiths Creative Musicians’ Improvisers Forum and Orchestra und von 1984 bis 1999 Mitglied verschiedener Bands von Anthony Braxton. Mit Barry Altschul und Billy Bang gründete er das FAB Trio. Als Sideman trat Fonda u. a. mit Archie Shepp, Perry Robinson, Dave Douglas, Curtis Fuller, Marion Brown und Bill Dixon auf.

 

 

 

FISH SCALE:

Ab Baars – sax, flute

Kaja Draksler - piano

Joe Williamson - bass

 

Ab Baars (* 1955 in Axel) ist ein niederländischer Jazz-Tenorsaxophonist und Klarinettist des Modern Creative Jazz. Baars begann 1970 Saxophon zu spielen und spielte in der Philips Brass Band. Er studierte am Konservatorium in Rotterdam bei Leo von Oostrom und besuchte Workshops von Butch Morris. Noch in den 1970er Jahren gründete er die Gruppe Cumulus, in der u. a. Harry van Wit, Wolter Wierbos und Mariette Rouppe van der Voort spielten, und spielte im Trio Trebbel mit Guus Janssen und van der Voort. In den 1980er Jahren spielte er mit Roscoe Mitchell (1987), dem Theo Loevendie Consort, dem Maarten Altena-Oktett, dem Sextett von Guus Janssen und wurde Mitglied von Misha Mengelbergs Instant Composers Pool, an dessen Monk Project er beteiligt war. Er spielte u. a. mit Sunny Murray, Han Bennink, Steve Lacy, Roswell Rudd, Theo Jörgensmann, Ken Vandermark, Michael Moore und Cecil Taylor. Seit 1991 hat er ein eigenes Trio, dem zur Zeit der Bassist Wilbert de Joode und der Schlagzeuger Martin van Duynhoven angehören. Mit Luc Ex, Hamid Drake und Ingrid Laubrock bildet er Luc Ex´ Assemblée.

 

 

Kaja Draksler (* 1987 in Kranj, Slowenien) begann im Alter von 4 Jahren Klavier zu spielen und wurde bis 2005 an der Hochschule in Ljubljana ausgebildet. Dann absolvierte sie in Groningen auf dem Konservatorium ein Jazzstudium (ihre Abschlussarbeit schrieb sie über Cecil Taylor), um dann am Conservatorium van Amsterdam bis 2013 bei Richard Ayres Komposition zu studieren. Sie nutzte einen Aufenthalt in New York, um zudem Unterricht bei Jason Moran und Vijay Iyer zu nehmen. 2005 war Draksler Mitbegründerin des Acropolis Quintet in Groningen. Weiterhin gründete sie die BadBooshBand. 2016 trat sie mit Susana Santos Silva auf dem Moers Festival auf. Beim JazzFest Berlin 2017 überzeugte sie im Trio mit Petter Eldh und Christian Lillinger.

 

 

Joe Williamson (* 1970 in Vancouver) studierte ab 1989 Musik an der McGill University in Montreal. Von 1992 bis 1995 lebte er in Amsterdam, seit 1998 lebte er in Berlin, danach in London und jetzt in Stockholm. Er arbeitete mit Musikern wie Ab Baars, Steve Beresford, Andy Ex, Gianni Gebbia, Vinny Golia, Tristan Honsinger, François Houle, Luc Houtkamp, Peggy Lee, Paul Lovens, Evan Parker und Jon Rose zusammen. Er ist Mitglied mehrerer Bands, darunter des Tobias Delius Quartet (mit Tristan Honsinger und Han Bennink), der Gruppen Kletka Red von Leonid Soybelman (mit Andy Moor und Tony Buck), Trapist von Martin Siewert (mit Martin Brandlmayr), Boombox von Thomas Borgmann und 2012 in Platform 1, mit Magnus Broo, Ken Vandermark, Steve Swell und Michael Vatcher. Weiterhin arbeitet er im Duo mit Olaf Rupp, in verschiedenen Bands mit dem Schlagzeuger Tony Buck, einem Trio mit Felicity Provan und Steve Heather und mit Eugene Chadbournes European Trio.

 

 

 

ESCALATOR:

Ken Vandermark - saxophon

Mark Tokar Christian Ramond - bass

Klaus Kugel - schlagzeug

 

 

Ken Vandermark (* 1964 in Warwick, Rhode Island, USA) ist ein US-amerikanischer Jazzsaxofonist und Klarinettist. Er lebt seit 1989 in Chicago. Vandermark spielte in seiner Jugend Trompete und wechselte dann zum Saxophon. Er studierte dann in Boston und Montreal, wo er mit eigenen Formationen arbeitete; er ließ sich dann in Chicago nieder, wo er in den 1990er Jahren vorwiegend in der dortigen Avantgarde-Szene arbeitete und zunächst mit der Noisejazz-Band The Flying Luttenbachers auftrat. Er hat mit vielen anderen Jazzmusikern Platten aufgenommen, z. B. mit Hal Russell, Paul Lytton, Marcin Oleś, Bartłomiej Oleś, Joe Morris, Peter Brötzmann und Paul Lovens. Er hat eigene Jazz-Combos geleitet wie Free Fall, das Free Music Ensemble, die Territory Band und das Vandermark 5. Aktuelle Bands sind u.a. Lean Left, Shelter, Made to Break und das DKV Trio.

 

 

 

Der Kontrabassist Christian Ramond wurde in Bonn geboten und studierte an der Musikhochschule in Köln. Nach Studienaufenthalt in Kanada etablierte er sich schnell als gefragter Sideman für unterschiedlichsten musikalischen Richtungen. U. a. arbeitete er mit: Joe Pass, Albert Mangelsdorf, Kenny Wheeler, Lee Konitz, Marty Cook, Doug Rainey, Mighty Flea Conners, Michael Pilz, Phillip Catherine, Charly Mariano, Thomasz Stanko, Bobby Shew, Jon Eardly, David Liebman, Karl Berger, Itaru Oki.

 

 

 

 

 

 

Der Schlagzeuger Klaus Kugel (* 1959, Lindenberg) wurde an der Münchener Jazzschule ausgebildet. Zunächst gehörte er mit Dizzy Krisch und Klaus Roggors der Gruppe Nightwork an. Dann arbeitete er als Studiomusiker und mit Musikern der Kölner Szene wie Reiner Winterschladen, Roger Hanschel, Christian Ramond, Dieter Manderscheid sowie Christian Bollmann. 1986 wurde er Mitglied des Michel Pilz/Itaru Oki-Quartetts. Seit 1989 arbeitet er gemeinsam mit dem litauischen Saxophonisten Petras Vyšniauskas in verschiedenen internationalen Formationen, seit 1994 gehört er zum Quartett von Theo Jörgensmann. Seit 1999 ist er Mitglied im Ganelin Trio Priority von Vyacheslav Ganelin. Er war 2007 und 2008 u. a. mit Charles Gayle, Roy Campbell, Hilliard Greene und Jemeel Moondoc auf Tournee. Weiterhin hat er mit Musikern wie Tomasz Stańko, Zbigniew Namysłowski, Perry Robinson, Wolter Wierbos, Charlie Mariano, Karl Berger, Steve Swell, Robert Dick, Arkady Shilkloper, Sirone, Burton Greene, Vijay Iyer, John Lindberg, Herb Robertson, Paweł Postaremczak, Kenny Wheeler, Sabir Mateen, Peter Evans, Perry Robinson, Bobo Stenson, Glen Moore, Kent Carter, Mars Williams, Conny Bauer, Gerd Dudek, Ken Vandermark, Joe McPhee, John Edwards, Wacław Zimpel oder Bobby Few gearbeitet.

 


 

2. festivaltag sa., 9. april '22, 19:30 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

JONES JONES:

Dieses Engagement wird von der Mid Atlantic Arts Foundation durch USArtists International in Partnerschaft mit dem National Endowment for the Arts und der Andrew W. Mellon Foundation unterstützt.

Larry Ochs – saxophon

Mark Dresser - bass

Vladimir Tarasov - drums and percussion

 

 

Lawrence „Larry“ Ochs (* 1949, New York City) lernte zunächst Trompete, wechselte aber bald zum Tenor- und Sopranino-Saxophon. 1978 arbeitete er als Plattenproduzent und gründete sein eigenes Label, Metalanguage Records. Außerdem war er Mitbegründer der Saxophon-Formation Rova Saxophone Quartet (mit Bruce Ackley, Steve Adams, Jon Raskin) und arbeitete in Glenn Spearmans Double Trio. Ab 1986 spielte er in der Trio-Formation Room (mit dem Pianisten Chris Brown und dem Schlagzeuger William Winant) sowie dem What We Live Ensemble mit dem Bassisten Lisle Ellis und dem Schlagzeuger Donald Robinson. Ochs nahm mehrere Alben unter eigenem Namen auf, u. a. auf dem Black Saint Label, und wirkte bei Aufnahmen von Andrea Centazzo, Scott Fields, Ben Goldberg und John Lindberg mit. Er ist Leiter des Ensembles The Fictive Five mit Nate Wooley, Ken Filiano, Pascal Niggenkemper und Harris Eisenstadt, hat ein Trio mit Nels Cline und Gerald Cleaver, sowie mit Dave Rempis und Darren Johnston.

 

 

 

 

 

 

Mark Dresser (* 1952, Los Angeles) ist ein Grammy-nominierter, international bekannter Bassist, Improvisator und Komponist. Im Zentrum seiner Musik steht eine künstlerische Besessenheit und Verpflichtung, die klanglichen, musikalischen und expressiven Möglichkeiten des Kontrabasses zu erweitern. Von 1985 bis 1994 war er Mitglied von Anthony Braxtons Quartett. Er hat auch Musik von Ray Anderson, Jane Ira Bloom, Tim Bern, Anthony Davis, Dave Douglas, Osvaldo Golijov, Gerry Hemingway, Bob Ostertag, Joe Lovano, Roger Reynolds, Henry Threadgill, Dawn Upshaw und John Zorn aufgeführt und aufgenommen. Seit 2007 beschäftigt er sich intensiv mit der Aufführung und Ausbildung von Telematikmusik. Er ist Professor für Musik an der University of California in San Diego.

 

 

 

Vladimir Tarasov (* 1947) lebt und arbeitet seit 1968 in Vilnius, Litauen. Als Patriarch des litauischen Jazz legte er im Rahmen des legendären Ganelin-Tarasov-Chekasin-Trios den Grundstein für die litauische Jazzschule. Tarasov ist ein Konzeptkünstler, der mit den Giganten der Welt der Improvisationsmusik zusammenarbeitet und an einem weitreichenden kreativen Leben teilnimmt. Er tritt im Rahmen verschiedener Projekte auf Jazzbühnen auf, komponiert für Film und Theater, arbeitet an visueller Kunst und interdisziplinären Projekten und arbeitet mit einem vielfältigen Pool von Künstlern, Schriftstellern, Malern und Meistern des Tanzes und der bildenden Kunst zusammen. Seine Diskographie umfasst über 100 Alben und kreative Partnerschaften mit Künstlern wie Andrew Cyrille, dem Rova Saxophone Quartet, Anthony Braxton, Kazutoki Umezu, Lauren Newton, Saincho Namchilak, Bill Laswel, Josef Nadj, Tomasz Stanko, Sonny Murray und vielen anderen.

 

 

 

RUF DER HEIMAT:

Christof Thewes – posaune

Thomas Borgmann – saxophon

Jan Roder – bass

Willi Kellers - schlagzeug

 

Der Posaunist Christof Thewes (* 1964 in Quierschied, D) ist seit Jahren als Leiter und Komponist unzähliger eigener Ensembles – die alles zwischen Solo bis Big Band abdecken – und als Sideman so bekannter Gruppen wie dem Globe Unity Orchester und der Uli Gumpert Workshop Band musikalisch aktiv. Er hat in mehr als dreißig Jahren mit vielen namhaften und legendären Jazzern wie Alex Schlippenbach, Evan Parker, Rudi Mahall, Albert Mangelsdorff, Gerd Dudek, Paul Lovens u.v.a. in ganz Europa, Mittel- und Südamerika oder Kanada konzertiert und dabei einen unverwechselbaren Sound entwickelt.

 

 

Der Saxophonist Thomas Borgmann (* 1955 in Münster) spielte zunächst in den frühen 1980er Jahren hauptsächlich im Berlin Art Ensemble um Nick Steinhaus, dann im Sirone Sextet, im Hidden Quartet (mit Dietmar Diesner, Erik Balke, Jonas Akerblom) sowie bei Noise & Toys (mit Valery Dudkin, Sascha Kondraschkin). Er gründete 1991 das Orkestra Kith’N Kin (mit Hans Reichel, John Tchicai, Pat Thomas, Jay Oliver, Mark Sanders, Lol Coxhill und anderen). Anschließend tourte er mit seinem Quartett Ruf der Heimat, das er 1993 gründete, (mit Ernst-Ludwig Petrowsky, Peter Brötzmann, Willi Kellers, Christoph Winckel) und mit dem Trio Blue Zoo mit Borah Bergman und Brötzmann. 1984–1996 organisierte er das Festival STAKKATO in Berlin. Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitete er mit Wilber Morris und Denis Charles im BMC-Trio. Außerdem im Quartett Alliance mit Petrowsky, DJ jayrope und Michael Griener sowie in Boom Box (zunächst mit Tony Buck und Joe Williamson). Nach dem Tod von Denis Charles 1998 arbeitete er bis 2002 mit Reggie Nicholson und Wilber Morris im BMN-Trio. In seinem Trio Boom Box spielt er nun mit Willi Kellers und Akira Ando. Er spielte u.a auch mit Caspar Brötzmann, André Jaume, Jason Kahn, Tony Buck, Paul Lytton, Evan Parker, Conny Bauer, Johannes Bauer, Charles Gayle, Lol Coxhill, Phil Minton, William Parker, Jason Hwang, Heinz Sauer, Thurston Moore, Enver Ismailov, Shoji Hano, Alexander von Schlippenbach, Vladimir Chekasin, Rashied Bakr, Roy Campbell, Melvyn Poore, Perry Robinson, Vattel Cherry, Kip Hanrahans Latin Groove und Jean-Paul Bourelly.

 

 

 

Der Bassist Jan Roder (* 1968) studierte Musik in Hannover. Er begann seine Karriere als Rockmusiker und lebte längere Zeiten in Brasilien. 1995 kam er nach Berlin, wo er mit Musikern wie Ulrich Gumpert, Ernst-Ludwig Petrowsky, Manfred Schoof, Uschi Brüning, Joachim Kühn, Aki Takase,  Alexander v. Schlippenbach, Gunter Hampel, Axel Dörner, Thomas Borgmann und Peter Brötzmann Konzerte spielte. Roder ist beteiligt an Projekten wie Monks Casino, Die Enttäuschung, Soko Steidle, Squakk, Die Dicken Finger (am E-bass), Silke Eberhard Trio, Ulrich Gumpert Quartett / Workshopband, JR3 (mit Rudi Mahall und Olaf Rupp) u.v.a., tritt als Solist auf und arbeitet von Zeit zu Zeit als Studiomusiker.

 

 

 

 

Der Schlagzeuger Willi Kellers (* 1950 in Münster als Wilhelm Heinrich Kellers) studierte Musik an den Hochschulen Münster und Detmold. Anschließend war er als Theaterkomponist für die Bühnen in Bochum, Köln, Hamburg, Basel und Wien tätig. Seit 1980 trat er im Duo mit Peter Brötzmann auf. Es folgten Projekte mit Achim Knispel, mit einer eigenen Workshop Band, in Formationen mit Frank Wright, Harry Miller, Willem Breuker und Brötzmann. Ab der Mitte der 1980er Jahre arbeitete er mit Fred Frith, Tony Oxley und Phil Minton. 1989 spielte er im Quartett mit Manfred Schoof, Jay Oliver und Brötzmann. Ab 1990 arbeitete er auch im Trio mit Keith und Julie Tippetts, sowie mit Ernst-Ludwig Petrowsky und Barre Phillips, aber auch mit Manfred Hering und mit Borah Bergman zusammen. Aktuell spielt er mit  Ruf der Heimat, im Trio Boom Box mit Borgmann und Akira Andō sowie mit Abdourahmane Diop. Seit 2017 spielt Kellers im Kollektiv "N", einem Ensemble dem Susanne Wegener, Theo Jörgensmann, Heinz-Erich Gödecke, Akira Ando, Jens Tolksdorf und Peter Ortmann angehören.

 

 

 

ENTRAINMENT:

Frank Gratkowski – alt sax, bass clarinet, flute

Kazu Uchihashi – guitar

Dan Peter Sundland – bass-guitar

Steve Heather – drums

 

Frank Gratkowski (* 1963 in Hamburg) begann im Alter von 16 Jahren mit dem Saxophonspiel. 1985 begann er sein Saxophonstudium an der Musikhochschule Köln. Weitere Studien u. a. bei Charlie Mariano, Sal Nistico und Steve Lacy schlossen sich an. Noch zur Zeit des Studiums begann die Zusammenarbeit mit Klaus König und dem Grubenklangorchester, später spielte Gratkowski u. a. mit der WDR-Bigband. Seit 1992 spielt er im Duo mit dem Pianisten Georg Gräwe, seit 1999 auch als Trio mit dem Schlagzeuger Paul Lovens. Eine feste Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit dem Pianisten Achim Kaufmann. Außerdem spielt Gratkowski in verschiedenen Trio- und Quartett-Besetzungen, u. a. mit Sebastian Gramss, Philip Zoubek, Gerry Hemingway (Double Blues Crossing), Dieter Manderscheid, Wilbert de Joode und Paul Lovens. Auch gehört er dem Ensemble Zeitkratzer an. Weitere Zusammenarbeit mit Robert Dick, Herb Robertson, Marcio Mattos, Peter Kowald, Ray Anderson, Michael Moore, Greg Osby, Kenny Wheeler, Dieter Glawischnig, Louis Sclavis, Ken Vandermark, John Betsch, David Moss, Jane Ira Bloom, Connie und Hannes Bauer, Wilbert DeJoode, Michael Vatcher, Franz Hautzinger, Wolfgang Reisinger, Fred van Hove, Barre Philips, Ian Ballamy, Martin France, James Newton, Muhal Richard Abrams, Ernst Reijseger, Hamid Drake, Dieter Glawischnig, Theo Jörgensmann, Phil Minton, Mark Dresser, Mark Feldman, Michiel Braam, Han Bennink, Mal Waldron, Misha Mengelberg u.a..

 

Kazuhisa Uchihashi (jap. 内橋 和久, Uchihashi Kazuhisa; * 1959 in der Präfektur Osaka) ist ein japanischer Improvisationsmusiker, Komponist, der E-Gitarre, aber auch Daxophon spielt. 1988 wurde er Mitglied des Improvisationsensembles The First Edition, das der Schlagzeuger Yasuhiro Yoshigaki gegründet hatte. Mit Yoshigaki und dem Bassisten Mitsuru Nasuno gründete er 1990 das Trio Altered States. 1993 ging er erstmals mit Hans Reichel auf Tournee. Zwischen 1994 und 1997 war er zudem Mitglied von Yoshihide Otomos Ground Zero. 1996 trat er auch mit dem Sänger Haco, Samm Bennett und Zeena Parkins auf. Weiterhin spielte er mit Musikern wie Alfred Harth, Barre Phillips, Kang Tae Hwan, Wadada Leo Smith, Peter Brötzmann, Ned Rothenberg, Jon Rose, Shelley Hirsch, Lauren Newton, Joëlle Léandre, Fred Frith, Derek Bailey, Satoko Fujii und Elliott Sharp. Auch gründete er 1997 die Band Phantasmagoria, mit der er bis 2000 drei Alben vorlegte.

 

 

Dan Peter Sundland (* 1986 in Oslo) ist ein einzigartiger E-Bassist und Komponist, der in der Jazz- und Improvisationsszene in Norwegen und Berlin aktiv ist. Sein Spiel zeichnet sich durch seine ausdrucksstarken, weitreichenden Spieltechniken aus. Er war Leiter des Trondheim Improvisation Orchestra zusammen mit Peder Simonsen 2009-2010 und arbeitete mit Musikern wie Jim Black, John Hollenbeck, Axel Dörner, Tobias Delius, Clara Haberkamps, Hans Hulbækmo, Hanna Paulsberg, Eirik Hegdal, John Pål Inderberg und Tor Haugerud.

 

 

 

Steve Heather (* 1969 in Melbourne, Australien) studierte Perkussion und Improvisation am Victorian College of the Art in Australien (1991) und Performance Art am Institut DasArts in Amsterdam (2006). Heather arbeitete zunächst in den 1990er-Jahren in Melbourne; ab Ende des Jahrzehnts in den Niederlanden mit Susanne Abbuehl, Tobias Delius und mit Jorrit Dijkstra und Paul Pallesen im Trio Tone Dialing.  Heather lebt gegenwärtig in Berlin und arbeitet in verschiedenen Projekten u. a. mit Andy Moor, Yannis Kyrialides, Joe Williamson, Thomas Meadowcroft, Boris Hauf, Martin Siewert, Burkhard Stangl sowie als Solist. Weiterhin komponiert und arbeitet er im Bereich Tanz, Theater, Film und Neue Medien. In seinen eigenen Musikprojekten spielt er von Avantgarde- und Free Jazz bis Noise und Drone.

 

live im Aufsturz, Berlin, 13.9. 2019:

 

 


 

epilog so., 10. april '22, 11:00 uhr:

gemeindezentrum alte kirche

 

JAM-SESSIONS mit Festivalmusikern

Workshopband-Abschlußkonzert